Wofür ist es wichtig „agil“ zu sein?

Wofür ist es wichtig „agil“ zu sein?

Über die Bedeutung von Agilität für wirksame Zusammenarbeit

„Wofür ist es wichtig agil zu sein?“ Das ist die Frage, die ich meistens stelle, wenn Kunden oder Kolleg*inn*en zu mir kommen und die Zusammenarbeit in ihrem Team „agil“ aufsetzen wollen. Natürlich könnten wir gemeinsam einfach loslegen und agile Frameworks und Methoden in den Teams implementieren. Doch warum dieses Vorgehen aus meiner Sicht nicht sinnvoll ist und was es braucht, damit „agiles Arbeiten“ auch einen positiven Beitrag auf wirksame Zusammenarbeit in deinem Team hat, mag ich dir in diesem Blog Beitrag erzählen.

Agil zu Arbeiten ist aktuell das Thema Nummer eins in Strategieplanungen und hat längst den Weg aus der Softwareentwicklung heraus gefunden. Doch was steckt eigentlich hinter diesem Hype? Nach meiner Erfahrung ist es oft der Wunsch, dass Teams und Organisationen dynamischer, schnell anpassungsfähig und innovativer zu werden.

Aber warum kann nicht alles so bleiben, wie es ist?

Natürlich ist das eine Option. Doch viele Organisationen verspüren nicht erst seit Corona einen Veränderungsdruck, vor allem durch die Digitalisierung der Märkte. Die Aktivitäten von Unternehmen sind nicht mehr linear planbar, denn meist ist auf Grund der Komplexität des Marktes unvorhersehbar, wie dieser reagieren und sich weiterentwickeln wird. Im Umkehrschluss bedeutet dies für Organisationen und Teams, dass die etablierten Lösungsansätze, Vorgehensweisen und Handlungsmuster nicht mehr ausreichen, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen. Und auf den einzelnen Mitarbeiter in Teams und Organisationen heruntergebrochen bedeutet dies, dass je nach Rolle und Aufgabengebiet neue Kompetenzen benötigt werden.

Doch einfach so den Schalter umlegen und eine neue Form der Zusammenarbeit implementieren zu können ist illusorisch. Denn die vorhandenen Routinen und Muster haben sich über Jahrzehnte oder vielmehr Jahrhunderte in Organisationen etabliert und haben bislang den Erfolg und das Bestehen am Markt gesichert. Deshalb ist es umso wichtiger genau zu klären und zu beschreiben, wofür sich die Arbeitsweise und damit die Zusammenarbeit im Team und der Organisation jetzt ändern darf und was dadurch möglich werden soll. Getreu dem Motto, was läuft gut und was darf anders/besser sein und warum. Denn mal ganz ehrlich, würdest du einen sicheren Wanderweg im unbekannten Gebirge verlassen, wenn du nicht weißt, wozu das gut sein soll bzw. was dadurch möglich ist? (Rotkäppchen ist auch nur vom Weg abgekommen, weil sie dadurch die Chance gesehen hat, der kranken Großmutter eine Freude mit einem frischen Blumenstrauß zu machen. Quelle: https://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/rotkaeppchen)

Du siehst also, dass es mehr braucht, als agile Methoden und Frameworks einzuführen. Vielmehr braucht es den Dialog und den Austausch mit den Mitarbeitern des Teams und der Organisation, um gemeinsam einen Sinn und eine Definition für agiles Arbeiten zu schaffen. Im zweiten Schritt braucht es dann den passenden Kontext. Denn agile Arbeitsweisen beruhen meiner Auffassung nach auf der Annahme, dass sich Teams am Kunden ausgerichtet und in einem definierten Rahmen (Framework) selbst steuern können. Für dich in der Rolle als Führungspersönlichkeit bedeutet dies neue Denkmuster und Aufgaben ( dazu gibt es bald einen eigenen Blogbeitrag). Erst dann steht für mich die Auswahl und die Einführung von zu dem Ziel passenden (agilen) Methoden, Tools und Frameworks auf dem Plan.

Was eine agile Haltung mit wirksamer Zusammenarbeit zu tun hat?

Um das zu beantworten mag ich gerne erst einmal meine Definition einer agilen Haltung teilen. Denn agil zu sein heißt für mich

  • großzügig zu sein, ohne eine Gegenleistung zu erwarten
  • überzeugt zu sein, dass zusammen die beste Lösung geschaffen werden kann
  • Diversität als Chance zu sehen
  • dauerhaft zu lernen und zu wachsen
  • selbst veränderungsbereit und neugierig zu sein
  • Vertrauen in die Kompetenz jedes Einzelnen im System zu haben, dass dieser weiß, was gut für ihn ist
  • jeden zu nehmen, wie er ist (jeder Jeck ist anders – ok, das ist ein kölscher Glaubenssatz)
  • mutig zu sein, Verantwortung zu übernehmen und kleine Schritte auszuprobieren
  • die Bedürfnisse des Anderen für den ich etwas tue – sei es mein Kunde, mein Mitarbeiter, mein Team, mein Projekt,… – zu kennen, um zu entscheiden, ob ich einen Nutzen stiften kann und will
  • selbst reflektiert in meinen Entscheidungen und meinem Handeln zu sein

Mit dieser Haltung schaffst du die Basis, dass jeder Einzelne für sich und mit anderen zusammen im Team und in der Organisation auch bei noch unklaren Herausforderungen motiviert, aktiv und wirksam agieren kann. Als Ergänzung geben zum Ziel passende (agile) Frameworks und Methoden den strukturgebenden Rahmen und schaffen damit die Möglichkeit wirksame Zusammenarbeit zu gestalten. Dies wirkt sich positiv auf die Effizienz und Effektivität deines Teams aus und ihr könnt jedes Gebirge gemeinsam erklimmen.

Du hast auch vor in deinem Team oder deine Organisation agile oder neue Arbeitsweisen einzuführen? Dann wünsche ich dir viel Spaß beim Ausprobieren, Austausch und Gestalten.

Du hast noch Fragen zum Thema Agilität oder bist noch unsicher, ob das was für Euch ist? Dann melde dich doch gerne bei mir und wir besprechen, wie ich dich/Euch unterstützen kann.

Melde dich gerne unter: nadine.kuegeler@wirkzam.de

Ich freue mich auf deine Anfrage!